Warum wertvolle Momente keinen Plan brauchen
Kennst du dieses Wort, bei dem man innerlich erst mal die Augen verdreht? Für mich war das lange Zeit: Spiritualität. In meinem Kopf war das besetzt mit weltfremden Fanatikern, abgehobenen Phrasen und – nun ja – Menschen, die ihren Namen tanzen. Während ich als Pferdetherapeutin lieber Muskeln erspüre, Zusammenhänge erfasse und Biomechanik analysiere. Ich wollte Fakten, Wissenschaft und handfeste Möglichkeiten. Bloß kein „Hokus-Pokus“.

Mehr als Handgriffe und Training
Du hast es sicher schon erlebt. Du stehst bei deinem Pferd, und plötzlich passiert es: Ein tiefer, langer Atemzug. Der ganze Körper lässt locker. In diesem Moment passiert keine „Behandlung“ nach Lehrbuch. Es ist der Moment, in dem dein Pferd spürt: „Endlich sieht mich jemand wirklich – ganz ohne Plan im Kopf.“
Es ist dieser magische Augenblick der Herzeröffnung, in dem keine „übergestülpte Methode“ Anwendung findet, sondern einfach nur Verbindung entsteht. Meine Kunden beobachten das oft fasziniert, während ich an ihrem Pferd bin und fragen mich, was ich gerade „gemacht“ habe. Die Antwort ist so simpel wie tiefgreifend: Ich habe Verbindung zugelassen.
Ich war jedoch „nicht immer schon so“. Es war – und ist es noch – ein Prozess, den mir nach und nach die Pferde selbst aufgezeigt haben.
Dann kam die Ausbildung zur Tierkommunikatorin in mein Leben gehüpft und mit ihr eine Reise, die mein Weltbild nicht nur ins Wanken gebracht, sondern liebevoll auf den Kopf gestellt hat.
Dein Bauchgefühl ist dein bester Kompass
Wir alle sind so oft gefangen in Mustern. „Das hat man schon immer so gemacht“, flüstert uns die Gesellschaft oder der Stallnachbar zu. Wir versuchen, alles richtig zu machen, folgen starren Mustern und Trainingsplänen und vergessen dabei oft das Wichtigste: Das Wesen, das vor uns steht.
Spiritualität ist für mich heute nichts anderes als:
- Wahrhaftigkeit: Dich selbst und dein Tier so zu sehen, wie ihr wirklich seid
- Bewusstsein: Ein tieferes Verstehen für die feinen Signale der Natur, der Tiere und der Umwelt
- Vertrauen: Die Erlaubnis, deine Intuition über jede angelernte Methode zu stellen
- Herzverbindung: Eine Offenheit und Präsenz im Herzen für all diese Dinge
Wahre Begegnung beginnt, wenn wir aufhören zu korrigieren und anfangen zuzuhören.
Was meine Arbeit einzigartig macht
Durch meine eigene Entwicklung verändert sich auch meine Arbeit mit den Tieren. Sie ist kraftvoller geworden, weil sie jetzt zu 100 % aus mir selbst kommt. Ich stülpe dir und deinem Tier kein Schema F über. Ich lade dich stattdessen ein, gemeinsam mit mir den Raum für Lösungen zu öffnen und zu schauen wie euer gemeinsamer Weg weitergeht.
Nur wenn wir uns selbst sehen, können wir auch unser Tier ganzheitlich wahrnehmen. Und wenn wir die Herzverbindung zulassen, wird ein heilsamer Prozess möglich – auf körperlicher und seelischer Ebene.
Deine Übung für den Alltag
Vielleicht fragst du dich jetzt: „Wie fange ich an? Wie finde ich diese Verbindung, ohne mich in Methoden zu verlieren?“
Es braucht keinen Plan und kein spezielles Equipment. Es braucht nur dich und deine Präsenz. Probiere es das nächste Mal aus, wenn du bei deinem Pferd oder Hund bist:
- Komm erst mal bei dir an: Bevor du das Halfter oder die Leine in die Hand nimmst, bleib einen Moment stehen. Atme tief in deinen Bauch ein und spüre deine Füße auf dem Boden. Lass die To-do-Liste des Tages einfach zu Boden fallen.
- Der Perspektivwechsel: Schau dein Tier an. Nicht als „Projekt“, das heute trainiert werden muss, sondern als das Wesen, das es ist. Stell dir vor, du betrachtest die Welt für einen Moment durch seine Augen. Was sieht, hört oder riecht es gerade?
- Die Einladung zur Stille: Leg deine Hand sanft auf eine Stelle, die dein Tier mag, oder setz dich einfach nur in seine Nähe. Atme bewusst tief ein und aus und schicke die Intention aus deinem Herzen: „Ich bin jetzt einfach nur für dich da. Ich will nichts von dir.“
Beobachte, was passiert. Sucht dein Tier deine Nähe? Kaut es oder gähnt es? Lässt es den Kopf sinken oder schenkt dir diesen einen, tiefen Seufzer?
Lass mich gern wissen, wie es sich angefühlt hat oder was du wahrgenommen hast. Ich freue mich über jede Nachricht. Und wenn du magst schreib ich Dir ein paar Zeilen zurück.
Pferdephysiotherapie ganzheitlich, Intuition im Pferdetraining, Achtsamkeit mit Tieren