Beweglichkeit schenken – Vitalität erhalten
Ein Pferd ist so viel mehr als die Summe seiner Körperteile. Es in seiner Gesamtheit wahrzunehmen – mit jedem Atemzug, jeder Bewegung und seiner ganz individuellen Persönlichkeit – ist für mich die Basis jeder Behandlung.
Jedes Pferd verdient es, sich in seinem Körper wohlzufühlen. Vom Jungpferd bis zum stolzen Senior unterstütze ich meine vierbeinigen Patienten dabei, ihre körperliche – und einhergehend damit auch ihre innere – Balance (wieder) zu finden.
Gezielte physiotherapeutische Impulse und der Einsatz moderner Behandlungstools (bspw. BEMER, Novafon) fördern die Regeneration, beugen Verletzungen vor und steigern nachhaltig die Vitalität. Damit dein Pferd nicht nur leistungsfähig ist, sondern sich in jeder Bewegung frei und unbeschwert fühlt.

Warum Körperarbeit & Physiotherapie
Bewegungsfreude ist die Basis für alles. Pferde sind von Natur aus Bewegungskünstler. Als Fluchttiere sind sie jedoch auch Kompensationskünstler. Was bedeutet, dass sie Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Verspannungen extrem lange ausgleichen können. Sie organisieren ihren Körper praktisch funktionell um. Die daraus resultierende Kompensation hält das System am Laufen, führt aber auf Dauer zu massiven Folgeschäden, da die Überlastung an anderer Stelle stattfindet. Schon kleine Schutzspannungen können das natürliche Gleichgewicht stören. Häufig äußert sich dies schleichend durch „Unrittigkeit“, fehlende Motivation oder Leistungseinbußen, lange bevor körperliche Einschränkungen für uns offensichtlich werden. Spätestens hier setzt meine Arbeit an.
Ich kombiniere Elemente der klassischen Physiotherapie mit verschiedenen Therapieansätzen, wie zum Beispiel der Masterson Method®. Sehr erfolgreich nutze ich Techniken mit somatischem Fokus, um ungesunde körperliche und/oder mentale Muster zu beleuchten und aufzulösen. Diese Arbeit verstehe ich nicht als medizinische Heilbehandlung sondern als Form der Körperarbeit und des Coachings.

Die wichtige Rolle der Körperwahrnehmung
Körperwahrnehmung ist die Basis für mentale Stabilität.
Für Pferde ist eine präzise Körperwahrnehmung (Propriozeption) weit mehr als nur ein „gutes Gefühl“. Sie ist ihre Lebensversicherung. Als Fluchttier, ist ihr gesamtes Überlebensprogramm darauf ausgerichtet, Bewegungen in Bruchteilen von Sekunden perfekt zu koordinieren.
Im Wesentlichen geht es um:
1. Präzise Bewegungskoordination und Trittsicherheit
Ein Pferd mit guter Körperwahrnehmung weiß in jedem Bruchteil einer Sekunde, wo seine Hufe landen.
- Sturzprävention: Es kann auf unebenem Boden (Waldwege, tiefer Sand) blitzschnell ausgleichen. Ein Pferd, das sich selbst nicht gut spürt, stolpert häufiger, was Sehnen und Bänder massiv belastet.
- Effizienz: Nur wenn das Gehirn weiß, wo das Bein steht, kann es die Muskeln so ansteuern, dass die Bewegung kraftsparend und flüssig ist.
2. Psychische Gelassenheit durch Selbstvertrauen
Körperwahrnehmung und Psyche sind untrennbar verbunden.
- Kompetenzgefühl: Ein Pferd, das seinen Körper beherrscht, fühlt sich sicher. Es weiß, dass es physisch in der Lage ist, Situationen zu meistern.
- Stressresistenz: Ein „propriozeptiv waches“ Pferd erschrickt weniger heftig. Da es seinen Schwerpunkt besser unter Kontrolle hat, gerät es bei einem kleinen Stolperer nicht sofort in eine instinktive Panikreaktion.
3. Vorbeugung von chronischem Verschleiß (Arthrose & Co.)
Viele orthopädische Probleme entstehen durch „unbewusste“ Fehlbelastungen.
- Schonhaltungen: Wenn ein Pferd eine Körperregion (z. B. die Hinterhand) nicht richtig wahrnimmt, kompensiert es das häufig über den Rücken oder die Vorhand.
- Gelenkschutz: Gute Wahrnehmung sorgt dafür, dass Gelenke in ihren physiologisch vorgesehenen Winkeln belastet werden. Ohne dieses feine Feedback des Körpers „knallen“ die Gelenke bei jedem Schritt ungedämpft aufeinander.
4. Die Fähigkeit zur echten Versammlung
In der Ausbildungsskala ist die Versammlung das Ziel. Diese ist ohne exzellente Wahrnehmung unmöglich.
- Feinmotorik: Versammlung erfordert das Zusammenspiel kleinster Muskelgruppen entlang der Wirbelsäule. Das Pferd muss spüren, wie es sein Becken abkippt.
- Reiterhilfen: Ein Pferd mit hoher somatischer Intelligenz versteht feine Gewichts- und Schenkelhilfen sofort, weil es die kleinste Veränderung deines Sitzes in seinem eigenen Körper reflektieren kann.

Therapie trifft Training
Meiner Erfahrung nach entfaltet eine Behandlung erst dann ihre volle Wirkung, wenn sie ganzheitlich Hand in Hand mit einem angepassten Training geht. So helfen wir dem Nervensystem, neue, gesunde Bewegungsmuster dauerhaft zu verankern.
Dein Pferd gibt für dich jeden Tag sein Bestes.
Erhalte stets sein Gefühl von körperlicher Freiheit.